Naturkosmetik – wie viel Natur steckt wirklich drin?

Halten Biokosmetik und Naturkosmetik was sie versprechen?

Naturkosmetik (Bild: Tim Geers - Flickr.com - CC BY-SA 2.0)
Laut aktuellen Umfragen greift mittlerweile jede zweite Frau zu Naturkosmetik Produkten. Im Dschungel der Etiketten, Bezeichnungen und Hersteller kann es daher schwierig werden, den Durchblick zu bewahren und nicht überall dort, wo Naturprodukte ausgezeichnet sind, stecken sie auch tatsächlich drin.

Qualität hat ihren Preis

Die Bezeichnung Naturkosmetik ist nicht geschützt und rechtlich nicht definiert, sagt also relativ wenig über die tatsächlichen Inhaltsstoffe eines Kosmetikproduktes aus. Somit darf jeder Hersteller, welcher Pflanzenextrakte mit Chemie mischt die Bezeichnung Naturkosmetik verwenden. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte auf die Siegel „ECOCERT“, „OSMOS-Standard“, „NaTrue“ oder „BDIH“ achten, denn mit diesen Siegeln gekennzeichnete Produkte werden frei von synthetischen Farb-und Duftstoffen, Silikonen, Mineralölen oder umstrittenen Konservierungsstoffen hergestellt.

Diese ausgezeichneten Kosmetikprodukte schneiden bei Ökotest und der Stiftung Warentest meist sehr gut ab und gelten als hochwertige Bio-Produkte, welche ökologisch unbedenklich sind und auf pflanzlicher Basis hergestellt wurden.

Eine grüne Verpackung macht noch keine Naturkosmetik

Laut Ökotest beinhalten viele Naturkosmetik Produkte künstliche und chemische Stoffe, welche alles andere, als natürlich sind. In vielen als Bio- oder Naturprodukt angebotenen Kosmetikartikeln konnten umstrittene und auch bedenkliche Stoffe, sowie auch künstliche Farbstoffe nachgewiesen werden.

Die amtlichen Kontrollen stecken in einem Dilemma, denn es gibt zwar rechtliche Vorschriften zum Schutz vor Etikettenschwindel bei Kosmetikprodukten, welche jedoch in der Praxis nicht umsetzbar sind, da im Gesetz die Begriffe „natürlich“ oder „Natur“ nicht definiert wurden.

Biokosmetik

Biokosmetik (Bild: David Reece – Flickr.com – CC BY-SA 2.0)

Jenny Pohl, Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Industrie-und Handelsunternehmen für Reformwaren, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) rät den Verbrauchern, sich die Liste der Inhaltsstoffe der Kosmetikprodukte anzusehen.

Inhaltsstoffe per Smartphone-Apps einsehen

Die Listen zeigen die beinhalteten Substanzen nach der Menge absteigend auf, so dass der am meisten enthaltene Stoff an erster Stelle aufgeführt ist. Mit entsprechenden Smartphone-Apps wie beispielsweise „Codecheck.info“ lassen sich die Barcodes der Naturkosmetik Produkte scannen, so dass man anschliessend eine Auswertung der Inhaltsstoffe einsehen kann.

Die Broschüre „Raus aus dem Label-Dschungel“ der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) kann zudem Hilfe im unübersichtlichen Etikettendschungel verschaffen und einen umfangreichen Überblick aktueller Naturkosmetik Produkte bieten.

Alverde Naturkosmetik: mattierende Pflegecreme

Alverde Naturkosmetik: mattierende Pflegecreme (Bild: dm/alverde)

Echte Naturkosmetik basieren auf pflanzlichen Inhaltsstoffen

Echte Naturkosmetik Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass sämtliche verwendeten Inhaltsstoffe auf pflanzlicher Basis hergestellt wurden. Konventionelle Kosmetikprodukte werden hingegen auf Mineralöl-Basis hergestellt.

Wer also Wert auf echte Naturkosmetik Produkte legt, der sollte Produkte, welche Silikone oder auch Paraffine enthalten stehen lassen, denn in diesen Kosmetikprodukten wurden künstliche Fette verarbeitet.

Die sogenannten Polyethylenglykole ( PEGs) sind ebenso schädlich, da sie die Haut durchlässig machen. Genau hinsehen, lautet also die Devise, wenn es nach der Expertenmeinung geht. Nur so könnt ihr sichergehen, dass ihr unbedenkliche Naturkosmetik Produkte mit nach Hause nehmt.

Natürliche Kosmetik kann auch selbst hergestellt werden, in unserer Kategorie D.I.Y. findet ihr ein paar Rezepte für Naturkosmetik!

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