Fersenschmerzen | Woher der Fersenschmerz kommt & was hilft!

Bei starken Fersenschmerzen will man nicht mal in die eigenen Schuhe schlüpfen. Gründe dafür sind Senk- & Spreizfüße, Fersensporn & ein falsches Schuhwerk.

Es ist soweit: Ein Treffen mit Freunden, eine Party, Besuch bei der Verwandtschaft oder sogar ein wichtiges Date. Ein elegantes Kleid, Handtasche und die neuen High Heels sind perfekt miteinander abgestimmt und liegen bereits auf dem Sofa. Fertig geschminkt und “ready 2 go” springt man vielleicht etwas überschwänglich in die neuen Schuhe und zack!, fährt einem ein dumpfes Stechen durch das ganze Bein, bis hin zu den Knöcheln.

Wenn du diese Situation oder eine ähnliche kennst, weißt du, wie unangenehm Fersenschmerzen sein können. In Deutschland ist jeder fünfte Einwohner betroffen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Oftmals treten die Fersenschmerzen sogar ohne Vorwarnung auf. In manchen Fällen sogar so stark, dass man die Lust am Laufen komplett verliert und statt dem Treffen mit Freunden den Abend lieber am Sofa verbringt. Zum Glück gibt allerdings schnelle Lösungen, um den Fersenschmerz zu mildern oder langfristig sogar komplett verschwinden zu lassen.

Wie entstehen Fersenschmerzen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum die Ferse schmerzt:

  • Fersensporn

Die häufigste Ursache ist der sogenannte Fersensporn (Plantaraponeurose). Dies ist ein kleiner, knöcherner Auswuchs an den Stellen, wo Sehnen mit dem Fersenknochen verbunden sind. Durch starke und längere Belastung, entstehen kleine Verletzungen an den Sehnenansätzen, die vom Körper wieder repariert werden müssen, indem neues Gewebe bzw. Kalk an den betroffenen Stellen gebildet wird. Mit der Zeit entsteht so ein spitzer Auswuchs, der an der oberen oder unteren Kante der Ferse starke Schmerzen verursacht.

Der obere bzw. hintere Fersensporn wird oft auch Haglund-Exotose oder Haglund-Ferse genannt und entwickelt sich am Ansatz der Achillessehne. Diese seltene Art des Fersensporns wird vor allem durch hohe Laufbelastungen in festem Schuhwerk ausgelöst. Nach oder sogar während des Sports machen sich extreme Schmerzen an der Ferse bemerkbar? Das könnten erste Anzeichen für eine Haglund-Ferse sein. Sportschuhe mit einer unbequemen Fersenschalen, harten Abnähern und drückenden Schuhkappen begünstigen dies auch noch mehr. Ein oberer Fersensporn kann außerdem zu einer Schleimbeutelreizung führen. Quelle: Fersenspor.com

  • Schleimbeutelreizung

Bei einer Schleimbeutelentzündung handelt es sich um eine Entzündung der beiden Schleimbeutel, die sich im Bereich des Achillessehnenansatz und des Fersenbeins befinden. Eigentlich sollten Schleimbeutel als Stoßdämpfer wirken, doch können durch eine Entzündung auch starke Fersenschmerzen passieren. Die beiden Beutel können sich mit Flüssigkeit füllen, wodurch sie stark an Volumen gewinnen, was wiederum auf die umgebenden Strukturen drückt. Noch heute denken viele, dass vor allem Sportler mit viel Laufpensum aufgrund der ständigen Bewegung des Knöchels gefährdet sind. Doch eine Schleimbeutelentzündung kann viele weitere Ursachen haben.

Der Schleimbeutel zwischen Achillessehne und Fersenbein kann zum Beispiel durch einen oberen Fersensporn, Überlastungen oder Erkrankungen wie Gicht verursacht werden. Der zweite Schleimbeutel liegt zwischen Achillessehne und Haut. Diese Entzündung wird vor allem durch das Tragen von falschem Schuhwerk hervorgerufen. Lose gebundene Schuhe führen möglicherweise zu einer Reibung im hinteren Fersenbereich, wodurch eine Entzündung des Schleimbeutels entstehen könnte.
Quelle: apotheken-umschau.com

  • Senkfuß

Bei einem Senkfuß flacht das natürliche Längsgewölbe von der Ferse zum Vorderfußballen nach unten hin ab. Dabei knickt der Fuß ein und der Knöchel steht auf der Innenseite heraus. Wird der Senkfuß nicht behandelt, kann dis bis hin zu einem Plattfuß führen, wobei das Gewölbe gänzlich eingesunken ist und bei Belastung auf dem Boden liegt.

Doch was liegt hinter einem Senkfuß? Die Ursachen können vielfältiger nicht sein. Ein häufiger Grund ist eine Schwäche der Fußmuskulatur, die normalerweise für das Tragen des Gewölbes zuständig ist. Doch auch eine Bänderschwäche aufgrund von zu viel Belastung kann zu einem Senkfuß führen – dabei sind vor allem übergewichtige Menschen betroffen. Es kann sogar vorkommen, dass der Senkfuß angeboren ist.

  • Spreizfuß

Unbequeme High Heels und falsches Schuhwerk – Spreizfüße entstehen vor allem durch eine falsche Fußbelastung. Dabei weichen die Mittelfußknochen auseinander und die große Zehe verformt sich. Das Quergewölbe, welches im Bereich des Vorfußballens ausgeprägt sein sollte, ist durchgetreten. Beim Spreizfuß handelt es sich um die Fußfehlstellung, die wohl am meisten Schmerzen bereitet.

Im schlimmsten Fall, kann die Sehne sogar reißen. Die Ursache liegt dabei meistens vor allem in Sport, welcher mir einer heftigen Sprung- oder Laufleistung verbunden ist. Vor allem Neu- oder Wiedereinsteiger sind gefährdet, da diese sich gerne überschätzen. Achillessehnenrisse werden zudem noch von schlechtem Schuhwerk, hartem Boden oder einer falschen Ausübung der Sportart begünstigt. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Rheuma und Medikamente wie Kortison oder Antibiotika.

Was hilft bei Fersenschmerzen?

Zunächst sei Ihnen gesagt, dass Sie bei längerfristigen Fersenschmerzen unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Auch Schmerzen, die immer stärker werden oder sogar Ihre Gehbewegungen einschränken, sollten nicht unbehandelt bleiben.

Doch gibt es auch einige Tipps und Tricks, die Sie vorweg beachten sollten, damit es gar nicht Fersenschmerzen kommen muss.

  • Verzichten Sie auf zu enge oder hohe Schuhe.
  • Achten Sie darauf, nicht zu viele Stunden am Stück zu stehen – Bewegung ist wichtig!
  • Übergewicht kann Krankheiten wie Fersensporen oder Fußfehlstellungen begünstigen.
  • Sorgen Sie vor und nach dem Sport für genügend Aufwärmen und Dehnung. Ein Fehlverhalten hierbei kann schneller zu Entzündungen der Achillessehne führen.
  • Überlasten Sie Ihren Fuß beziehungsweise die Ferse nicht! Falls Sie Schmerzen haben sollten Sie sofort eine Trainingspause einlegen und einen Arzt konsultieren.
  • Sie hatten bereits Erfahrung mit Fersenschmerzen? Probieren Sie es doch einmal mit spezieller Fußgymnastik. Auch barfuß gehen auf Sand oder Wiese trainiert den Fuß.

Leider helfen manchmal all die Vorsichtsmaßnahmen und das gezielte Trainings nichts und es kommt zu heftigen Fersenschmerzen. Allerdings brauchen Sie auch hier nicht verzagen! Mittlerweile gibt es viele verschiedene Behandlungsmethoden, um den Schmerz zu lindern und Entzündungen gar komplett zu heilen.

Anfangs verschreiben Ihnen die Ärzte und Orthopäden gerne zunächst individuell angepasste Einlagen, die unterstützend wirken sollen. Diese Schuheinlagen sollen der Fußfehlstellung entgegen wirken und dadurch für eine Schmerzlinderung sorgen. In Kombination mit gezieltem Training und Bindegewebsmassagen, ist das der erste wichtige Schritt in Richtung Heilung.

Des Weiteren können diverse physikalische Behandlungsmaßnahmen oftmals wahre Wunder bewirken: Schon einmal etwas von Kälte- oder Wärmeanwendung, pulsierende Magnetfeldtherapie oder Stoßwellentherapie gehört? Ergänzend wirken diese Möglichkeiten schmerzstillend.

Für viele Menschen ist an ein normales Leben mit Fersenschmerzen nicht mehr zu denken. Begleitend könnten Sie sich für eine medikamentöse Behandlung entscheiden: Schmerzmittel wie Ibuprofen sind entzündungshemmend.

In den meisten Fällen ist bei Fersensport, Entzündung der Achillessehne oder anderen Fußfehlstellungen und -problemen keine Operation notwendig. Doch bei gröberen Schäden – zum Beispiel Risse der Achillessehne oder Brüche – ist eine OP manchmal unerlässlich. Mit Hilfe von professioneller Chirurgie, kann kaputtes Gewebe entfernt oder ein Bruch reponiert werden.

Schon klar, Fersenschmerzen können nicht nur für Probleme beim normalen Gehen und Laufen sorgen – der gesamte Alltag leidet darunter. Letztendlich lässt sich aber sagen, dass die Schmerzen im Fuß mit ein wenig Vorbeugung und ärztlicher Hilfestellung behandelbar sind.

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